Detox-Time im Ammerland

Januar ist ja so ein Monat, in dem es sich anbietet, alles auf Null zu stellen. Einmal zu reseten, auszumisten, materiell wie auch seelisch. Es tut gut, so eine äußere und innere Reinigung. Und besonders gut tut es, wenn man dafür keinen großen Aufwand betreiben muss, sich aufs Wesentliche besinnen kann. Kraft und Energie tanken, um im Neuen Jahr in die richtige Richtung zu denken. Idealerweise außerhalb der eigenen vier Wände.
Wichtig war uns ein Domizil in angenehmer Anreise-Distanz. Wir fanden ein schmuckes Holzhaus im Ammerland, genauer gesagt bei Wiefelstede.
58min Fahrtzeit zeigte das Navi an, aber schon nach 20min trat Erholung ein. Das Licht ist ab Ganderkesee skandinavischer, die Luft klarer. Die Uhren ticken hier anders, die Menschen sind entspannter. Verhalten sich schon auf der Autobahn weniger aggressiv. Das war schon immer so. Früher bin ich diese Strecke sehr häufig gefahren.
Im Haus empfängt uns wohlige Wärme. Die Vermieterin hatte den Kamin vorgeheizt. Eine wohltuende minimale Einrichtung, die nichts vermissen lässt. Sehr sauber, sehr klar.
Ich will mich nicht mit fremden Federn schmücken: Es war die Idee meiner 18jährigen Tochter, für ein paar Tage auszusteigen, ohne großes Programm und ohne Besichtigung von Kultur, Land und Leute. Messenger und Social Media ausstellen und Vorrat für 7 Tage einpacken. Vegan! Es war auch meine Tochter, die sich anbot zu kochen. Ich legte mir ein gutes Buch auf den Schoß und fing an, mich zu entspannen.
Man sollte einfach häufiger auf seine Kinder hören.

#unbezahltewerbung

Malerei und Druckgrafik – zu Gast im Schnoor: Gerd Kadzik

Aus Anlass des zweiten Jahrestages öffnet das Studio RuthEECordes in der Marterburg am Wochenende 14.12. (14 – 20 Uhr) und 15.12. (14 – 18 Uhr) seine Türen. Im vorderen Ausstellungsraum kann man aktuelle Arbeiten von RuthEECordes und ihrem Gastkünstler Gerd Kadzik sehen und im angeschlossenen kleinen Atelier der Malerin beim Arbeiten zusehen.
„Bis Ende Januar werde ich einen Gastkünstler im Schnoor haben. Gerd Kadzik zeigt 16 Druckgrafiken aus der Handpresse. Sie gehören zu seinem mehr als 40 Arbeiten umfassenden Arbeitszyklus „Sagen was ist – Zeitkritik und Satire“. Allesamt entstanden innerhalb eines Jahres, bis September 2019. Eine aktueller Aufruf à la Kant: „Habe den Mut – dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!““
Gerd Kadzik (Jahrgang 1929) ist Grafiker, Maler und Zeichner. Er lebt seit 1970 in einer Kate in Affinghausen bei Sulingen. 2009 erhielt er den Kunstpreis des Landkreises Diepholz. Seine Druckgrafiken sind thematisch vielfältig. So legt er mit sparsamer Motivwahl gezielt und sicher den Finger in viele Wunden. Grafisch aufbereitet, mal monochrom, mal mehrfarbig, lässt das einzelne Werk keine Mehrdeutigkeit zu. Was die Aussagekraft sehr stark erscheinen lässt. Gerd Kadzig hat sich in den rund 40 entstandenen Arbeiten thematisch kaum wiederholt. Und so betitelt er mit „Das goldene Kalb“, oder „Venedig“ „Vermüllung der Meere“, „Geister, die ich rief“ politische und gesellschaftliche Themen, die nachdenklich machen, gerade weil sie jedes für sich gravierend sind.
RuthEECordes ist seit Dezember 2017 in der Marterburg. Nach einer Ausbildung in der Drucktechnik und Weiterbildung in Grafik und Multimedia ist sie seit 2006 freie Künstlerin in Syke und nun auch in Bremen. Eigentlich im Figurativen zuhause hat sie sich seit 4 Jahren auf Landschaftsmalerei konzentriert und kürzlich ihr 200.stes „Landschaftsmantra“ gemalt – ein Aquarell. Die kleinen 15 x 15 cm – Quadrate dienen oftmals zur Findung eines Ausdrucks oder einer Komposition. Es sind kleine Ölgemälde entstanden, Fotografiken und Aquarelle. Alle haben die Natur als gemeinsames Thema. „Die Natur gibt uns alles was wir brauchen: Diversität, Licht und Schatten, Vorbilder, …
Aber sie arbeitet auch großformatig in Öl. Ihre Gemälde sind realistisch impressiv und zeigen wie sie sieht.
ACHTUNG: THEMENABEND 
Im Rahmen dieser Gemeinschaftsausstellung wird es am 9.1.2020 ab 19 Uhr einen Themenabend geben:
KUNST UND KLIMA
Wie kann sich Kunst sinnvoll einmischen?
https://www.dw.com/de/prima-klima-was-die-kunst-zum-klimawandel-zu-sagen-hat/a-48376643
 Künstler machen für Problemsituationen sensibel und sind doch auch Teil des Problems.
(In Anlehnung an den „monopol-podcast „Wie geht Kunst fürs Klima?“ und das kreative Potenzial des Verzichts.)
Anmeldung erbeten unter post@ruthcordes.de Eingeladen sind Künstler und alle Interessierten.

Mit Landschaft zu Emotionen…

 

„Ein Gefühl ist ein Engagement, das den Augenblick überschreitet.‘‘

Mit der Ausstellung
INNERE HEIMATMalerei
bin ich zu Gast beim Kunstverein ART-Projekt
Vernissage am 3.11.2019 | 14:30 Uhr | Klosterschenke in der Klostermühle Heiligenberg | Heiligenberg 2 | 27305 Bruchhausen-Vilsen
Klosterschenke Startseite

 

 

„Etwas Besseres als den Tod findest Du überall…“ – Studio RuthEECordes

3. NACHT DER SCHÖNEN KÜNSTE IM BREMER SCHNOOR | 30.08.-1.9.
Ausstellung geht in die Verlängerung, bis 5.9.2019

Gemeinschaftsausstellungen sind immer besonders reizvoll, weil sie durch ihre Vielfalt das Thema verstärken. Sie beleuchten eine Frage von unterschiedlichen Positionen, bringen verschiedene Aspekte ein. Die Künstler wollen den Betrachter erreichen. Und mit ihrer oft mühevollen Arbeit nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich berühren. Wir haben uns gefreut, dass sich die Besucher der „Nacht der schönen Künste im Bremer Schnoor“ Fragen gestellt haben, sich ausgiebig mit Zeit und Interesse durch die Ausstellung haben „führen“ lassen. Das ist nicht nur eine Form der Wertschätzung. Sie werden so Teil unseres Wirkens. Kunst ist nichts ohne Betrachter.

„Etwas Besseres als den Tod findest Du überall….“ ist ein Zitat aus dem Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“ Das Märchen feiert dieses Jahr 200.ten Geburtstag. Dem zu Ehren zeigte die Kunsthalle Bremen die Ausstellung „Tierischer Aufstand“. Mut und Solidarität sind die Kernbegriffe der Geschichte. Hier wurde aufgezeigt wie vielfältig das Märchen interpretiert und auch kommerzialisiert wurde und wird. Die Gebrüder Grimm zeichneten in ihrem Märchen das Bild einer Revolution, einer Sozialutopie. Die damalige Botschaft ist durchaus optimistisch. Die Stadtmusikanten sorgen erfolgreich für ihre Gemeinschaft.
Heute müssen wir uns wieder oder immer noch fragen: Darf das? Darf Diversität, Integration, Gleichberechtigung, Respekt für die Alten in unserer Gesellschaft, Respekt für Gehandicapte und weiterführend Respekt für Gesellschaft und Umwelt und die Lösung der Folgen von Urbanisierung, darf das utopisch bleiben? Besonders im Hinblick auf die Entwicklungen der letzten 40 Jahre bedarf es offensichtlich Mut und Solidarität um Schritte gehen zu können, damit ein tatsächlich sozial verträgliches Leben kein Märchen bleibt.

Folgende Künstler haben sich auf den Weg gemacht, um das Märchen der Stadtmusikanten aus heutiger Sicht „neu zu erzählen“.

Dietmar Brandstätter – zeigt auf, das FLUCHT, OBDACH und Obdachlosigkeit ein immerwährend aktuelles Thema war und ist.

Peter C. Creuzburg
„Die Fluchtbewegung geht auf Angst und Verzweiflung zurück unter Aufgabe der Heimat und allen Besitzes. In der Hoffnung auf eine Zukunft in Frieden.“

Scarlett Fink
Porträts sind bei ihr mehr als nur die Dokumentation von Proportionen, sie erzählen Geschichten.

Elisabeth Fitting
Ihre gezeigten Arbeiten zu den Themen Altersarmut und Konsumverhalten sind beides keine aktuellen Arbeiten. Aber leider beides anhaltend aktuelle Themen.

Karin Friedrichs
Mut – so sagt sie – ist etwas, was man bei Tanz, bei Musik und in der Kunst auf authentischte Art und Weise erlernt und zum Ausdruck bringt.

Elisabeth Schuller-Köster
Meine Kunst ist immer ein Spiegel meiner Seele.

Anja Stahmann
Die studierte Soziologin und heutige Sozialsenatorin Bremens schickt zeichnerisch Hühner aus Legebatterien zu Ritter Roland um ihr Leben zu retten. „La Strada della musica. Viva Bremen!“

Ilona Tessmer
Es geht ihr um Themen wie Werden und Vergehen, Lebensabschnitte und Lebensverläufe, Verwurzelung, Entwurzelung, Erinnerung und Suche nach Heimat treiben sie um.

RuthEECordes
Landschaftsbilder zeigen ein Empfinden, erzählen von innerer Heimat und dem Respekt vor der Natur.

 

Bella Italia. Goditi la natura e visita la cultura.

Niemanden wird es überraschen, wenn ich jetzt behaupte: Die Toskana ist wunderschön! Und doch muss ich gestehen, dass ich es war, die überrascht war. Denn ich hatte nicht mit DIESER Schönheit gerechnet. Es gab etliche Situationen, in denen ich es beinahe unheimlich fand. So atemberaubend war der Blick über die Ebene, oder das Farbenspiel am Himmel.

www.holidaypratoverde.com

Von Prato Verde aus – einem Familienbetrieb, mit Olivenölproduktion, Weinanbau und Restaurantbetrieb, der sehr liebevoll geführt wird – kann man innerhalb kürzester Zeit Lucca erreichen, Florenz, Pisa, Vinci. Natürlich kann man auch noch viel weiter fahren, oder die Ferienwohnungen einfach als Zwischenstopp nutzen. Wir haben es allerdings nicht bereut, einfach dort geblieben zu sein. Tagsüber schwimmen und entspannen, oder malen auf der Terrasse, aufgrund der Hitze nur kleine Wanderungen und hin und wieder eine Stadtbesichtigung. Oder eine Oper! Denn wie wir vor Ort feststellen durften, waren wir zur rechten Zeit angereist, um an den Puccini-Festspielen teilzunehmen.

Lucca
In nur 15 km Entfernung liegt Lucca. Eine besonders reizvolle alte Stadt mit gut erhaltener Stadtmauer, die die Bewohner nutzen um abends zu joggen, spazieren zu gehen oder mit der Familie zu picknicken. Lucca ist eine Stadt, deren Reichtum auf Textelindustrie zurückzuführen ist. Lucca’s Altstadt ist besonders charmant. Der Geburtsort Puccini’s zieht auch heute noch junge Musiktalente an und sie studieren nicht nur in Lucca, sondern musizieren auch in den Straßen. Bevorzugt am Wochenende! Oder in den geöffneten Kirchen. Oder sie treffen sich auf ein Getränk kurz vor Sonnenuntergang auf einen der vielen Piazzas.

Florenz
Natürlich waren wir in Florenz. Natürlich!
Wir waren sogar 3x dort! Und es hat noch nicht gereicht.
Florenz ist keine günstige Stadt. Und mit jeder einzelnen Sehenswürdigkeit wird Geld gemacht. Allerdings gibt es immer auch die Möglichkeit, einfach nur durch die Straßen zu schlendern und die Atmosphäre aufzunehmen. Kaum eine andere Stadt hat so viel kulturelle Bedeutung wie diese und das kann man an jeder Ecke der Altstadt sehen. Die Medici haben Künstler und Gelehrte in die Stadt geholt und sie die Stadt gestalten lassen. Einen Tag sind wir 10 km gelaufen, haben uns zwischendurch mit italienischen Köstlichkeiten in der Markthalle versorgt und sie in irgendeiner Parkanlage verspeist. Wir haben den Arno auf der Ponte Vecchio überquert und Florenz vom Piazzale Michelangelo aus betrachtet. Eine Woche später waren wir ganz früh in der Stadt und haben es gewagt, uns in die Schlange „for free“ zur Santa Maria del Fiore zu stellen. Die Uffizien waren ein Muß! 90 Räume angefüllt mit Kunst. Alleine für „Die Geburt der Venus“ und „Der Frühling“ von Botticelli und „Judith und Holofernes“ von Artemesia Gentileschi hat sich der Besuch für mich schon gelohnt. Aber auch Leonardo da Vinci und Caravaggio, oder Cranach.

Vinci
Ein kleiner Ort südwestlich von Florenz, der garnicht so überlaufen ist, es aber eigentlich sein sollte, ist Vinci. Die Geburtstätte von Leonardo da Vinci. Wir wären aufgrund der anhaltenden Hitze garnicht hingefahren, wenn nicht ein lieber Freund uns den Besuch empfohlen hätte. Vinci liegt mitten in den typischen Toskana Hügeln, umringt von Olivenhainen. Natürlich schlägt der Ort Profit aus dem berühmten Namen. Aber alles auf eine sehr herzliche Art und nicht überkommerzialisiert. Nach der touristisch überlaufenden Stadt Florenz ist die Ruhe und Bodenständigkeit von Vinci ein Genuß. Und ganz im Gegensatz zum Louvre in Paris vor der Mona Lisa, hat man hier das berühmteste Bild von Leonardo da Vinci ganz für sich. Ok, die Kopie! Aber egal.

In nur 40 min waren wir am Mittelmeer. Allerdings mit keinem guten Gewissen und nur für 3 Stunden. Völlig überlaufen, mit überteuerten Strandgebühren und nur wenigen öffentlichen Strandabschnitten in Viareggio. Ein Strandabschnitt fand zumindest meine ästhetische Zustimmung. Besonders wegen der schönen Motive auf der Fahrt zum Zielort.

 

Leider ist auch dieser Urlaub irgendwann zuende gegangen. Auf der Rückfahrt haben wir am Gardasee halt machen können. Oben auf dem Berg von Tremosine sul Garda bezogen wir ein Appartement mit einem atemberaubenden Blick auf den See.

 

 

 

Wald-Raum

Die Faszination Wald hat viele Facetten. Für einige ist er Lebensquelle, für andere Sport- und Freitzeitstätte, und die Realisten unter uns sehen den Rohstoff. Einigen ist er ein Ort der Entspannung und Erholung. Wohl dem, der in der Lage ist, sich seine „Auszeit“ vom Alltag im nahen Wald zu nehmen. Er ist befreit von Anreise- und Planungsstress und leistet einen Beitrag zum Umweltschutz. Ein eindeutiger Gewinn für das Lebensgefühl!

Und wieso halten wir uns so gerne auf im Wald? Womit steigert er unsere Lebensqualität?

Mal abgesehen davon, dass er Sauerstoffproduzent ist und erheblich CO2 kompensiert, Staub filtert, die Luft spürbar klarer macht. Eine ausgewachsene Buche bindet ca. 12 kg CO2 im Jahr, je nach Alter und Größe. Nadelbäume sind da sogar noch effektiver. Dem gegenüber steht der steigende Verbrauch des Menschen, der global stark variiert. (Zum Vergleich: Ein Bürger von Katar verursacht einen Verbrauch von über 30 t CO2 im Jahr. In Deutschland liegt der Verbrauch bei unter 10t/Kopf pro Jahr. In vielen afrikanischen Ländern bei unter 1t/Kopf/Jahr.)

Wälder sind nicht nur die grüne Lunge der Erde sondern Gesundheitszentren für unseren Körper, Geist und Seele!
Bäume setzen Öle frei, deren Duft positiv für den Menschen wirken, schon während eines Spaziergangs. Besonders Fichten- und Zirbelkieferöl sind bekanntlich Heilmittel. Und die Germanen sollen schon Birkenwasser gewonnen haben im Frühjahr, um Lebensgeister zu wecken. Waldkräuter finden Verwendung in Haus und Apotheke, früher wie heute. Eine Liste wäre lang.
Der Wald zieht uns magisch an. Aberglaube und Religiösität ließen Kultstätten in Wald und Feld entstehen. Es geht um Fruchtbarkeit, Wachstum, Kraft, Leben und Tod. Diese Kultstätten werden oftmals flexibel gedeutet, wie z.B. die Externsteine im Teutoburger Wald oder der Wald von Paimont in der Bretagne und leider somit auch instrumentalisiert. Sie verlieren deswegen aber nicht ihre mystische Ausstrahlung. Eine Ahnung bekommt man bei besonderem Lichteinfall zwischen Baumstämmen, auf einer Lichtung oder beim Blick nach oben, wo sich die Baumkronen schützend über uns beugen.
Mit Einrichtung von Trauerwäldern schließt sich für einige von uns auch heute der Kreis des Lebens, wenn ihre Asche am Fuße eines Baumes zur letzten Ruhe gebettet wird.
Der Dichter Hermann Hesse spricht bei Bäumen von „Heiligtümern“. Ebenso inspiriert der Wald Maler und Architekten bei ihren Arbeiten. Im Buchenwald können wir es sofort erkennen: Ihre erhabenen, grauen Stämme erinnern uns an gotische Säulen. Die Assoziation, der Wald ist das natürliche Vorbild des Kirchenraumes, ist hergestellt. Hier findet der Mensch einen Ort der Besinnung und Geborgenheit. Gleichermaßen bedeutend für Atheisten, Agnostiker und Anhänger aller Religionen.

Die Natur ist die Gebende, der Mensch der Nehmende. Das zwingt uns zur Nachhaltigkeit. Besonders deutlich wird uns das dort, wo wir von Natur umgeben sind. Der Wald kann ohne uns, wir können nicht ohne den Wald. Wir können von ihm zehren und lernen, er ist uns Lebensraum und Vorbild. Es ist unsere Lebensaufgabe, der Natur den Respekt zu erweisen, den sie nicht nur verdient, sondern der ihr zusteht.

„Dort in Sonne und Schatten halte ich Äste oder schlanke Stämme liebevoll umfasst, ringe mit ihrer harmlosen Stärke und weiß, dass die Lebenskraft von ihnen auf mich übergeht.“ (Walt Whitman)

Der Mischwald ist übrigens in seiner Vielfalt besonders gesund. Er ist resistenter gegen Schädlinge und bietet durch die unterschiedliche Beschaffenheit des Holzes auch eine geringere Angriffsfläche gegen Wind und Wetter. Philosophisch betrachtet ist das ungemein inspirierend! Aber das wäre ein anderes Thema…

Quellenangaben:
www.wald.de
www.statista.com
www.waldpädagogik.de

 

Girlsday im Atelier

Zukunftstag im Schnoor!

Der Zukunftstag soll Mädchen und Jungs in Berufe schnuppern lassen, in denen sie in der realen Arbeitswelt nicht so stark vertreten sind. So habe ich mein Studio zur Verfügung gestellt für ein 11jähriges Mädchen, leidenschaftlich kreativ, wie so viele Kinder in ihrem Alter. Ausgewogen ist das Verhältnis unter den Geschlechtern eine lange Zeit was kreative Neugier und Kunstaffinität anbelangt. Sogar steigend ist der Anteil an Frauen bei den Kunststudierenden, mit 58 % (2017) (Quelle: ARD „Wie gleichberechtigt ist der Kunstmarkt“) Aber alsbald, nämlich beim Eintritt in das Arbeitsleben als Künstler fällt das Feld eklatant auseinander. Übrig bleiben insgesamt ca. 4 % der Künstler, die von ihrer Arbeit überhaupt leben können. Das ist eine erschreckende Erkenntnis.
Die andere ist: Der Anteil an Frauen daran wiederum beträgt ebenfalls nur 4 %!

Malerei heißt nicht nur Malen musste meine 5. Klässlerin feststellen. Am Ende hatte sie nach 8 Stunden Arbeit allerhöchstens 2 Stunden malen können. Aber mit Akkuschrauber, Kneifzange, und Zollstock hatte sie umgehen gelernt. Und Fingerspitzengefühl und Improvisationsgeist bewiesen. Ein sehr realistischer Tag also….

 

Die Nacht der schönen Künste – ein Projekt

 

Am Wochenende des 22 bis 24 März wurde der Schnoor ein zweites Mal seiner eigentlichen Bestimmung zugeführt: Eine Künstlerkolonie, die an das Viertel Montmartre in Paris erinnert, erwacht zum Leben! Nach Ladenschluss und weit in die Nacht hinein erleben die Bremer ihren Schnoor besinnlich bis quirlig, rockig, künstlerisch selbstreflektierend bis frivol.

KUNST DER KUNST

Wir als Organisatorinnen, Ute Bescht (ART15) und RuthEECordes, sehen die Veranstaltung als Kunstprojekt:
„DIE KUNST DER KUNST!
Die beteiligten Künstlerhäuser und Galerien waren aufgerufen – sozusagen stellvertretend für die Gesellschaft – wie eine Bildkomposition nach Jonas Burgert, den Geist der Gemeinschaft zu leben und darzustellen. Für uns als Kunstschaffende heißt das, sich dabei nicht anzupassen, sondern authentisch zu bleiben. Den Blick nach innen und nach außen! Als Stadtteil bedeutet das, den besonderen Wert gemeinsamer Erlebnisse und Themen wahr zu nehmen.
Dabei darf es – muss es – vielfältig und auch gegensätzlich sein! „
FÜR DIE BREMER
Daran sollten die Bremer teilhaben. Der ein oder andere musste eine gewisse Schwellenangst überwinden, in die kleinen Künstlerdomizile einzutreten und sich auf das Unbekannte einzulassen. Belohnt wurde man mit nachhallenden Eindrücken!
Kunst macht vieles denkbar.
(Ruth E.E. Cordes – 2019)

 

Studio Ruth E.E. Cordes – Freitag, den 22.03.2019
Den Blick nach innen und nach außen! Das war auch das Thema der szenischen Lesung von Kirsten Vogel im Studio von RuthEECordes in der Marterburg. Kirsten Vogel ist Schauspielerin und Gästeführerin in Bremen und Paula Modersohn-Becker liegt ihr besonders am Herzen. Wie zeitlos Paulas Kunst ist und wie übertragbar ihr Arbeitsthema „ICH bin ICH“, zeigt sich an dem Abend ganz wunderbar in dem Bogen den die Künstler im kleinen Studio für ihre Gäste spannten: In der Malerei, in der Philosophie und im Jazz (dargeboten von dem Bremer Duo Onagraceae – Nia Wohlgemuth und Dominik Banaschek) fand es sich wieder.

…und am Samstag den 23.3.2019
Mutiger mussten Gäste des Studios in der Marterburg am Samstag sein, denn da ging Christine Franke aus Roßdorf bei Frankfurt mit ihrer Lyrik sehr tief unter die Haut und berührte die Zuhörer sichtlich. In Kombination mit dem stimmgewaltigen Chansonnier Erwan Tacher aus Nantes, der seinen Gesang auf der Gitarre begleitete, nahmen sie Bezug auf die ausgestellte Malerei mit dem Thema „innere Heimat“ im Studio. Impressive Malerei, Lyrik und Chanson, eine gewagte, eine absolut inspirierende Kombination – je nachdem.

Eine ganz besondere kollegiale Geste war das spontane Opening des Wochenendes durch Stelzen-Art mit Janine Jaeggi und Frank Suhrkamp. Sie brachten Mystik und Magie in den Schnoor und eine Menge Goldstaub. Eine Traube von Fotografen folgte ihnen bei ihrem nicht enden wollenden Gang durch die engen Gassen.

Mehr Infos zum WE auf unserer Homepage

!!!!! Nach dem Fest ist vor dem Fest. Am letzten Wochenende im August, 30./31.8.2019 wird die 3. Nacht der schönen Künste stattfinden. Am Sonntag, den 1.9. dann wieder ein „Chill-out“ mit geöffneten Galerien. !!!!!

Nacht der schönen Künste im Bremer Schnoor

Zwischen Tür und Angel haben wir im Mai beschlossen, wir machen was! Etwas, was die Künstler im Schnoor zusammenbringt! Etwas, was uns gut tut, was der Gemeinschaft wohltut und Nähe herstellt. Wir sind uns nämlich einig, auch wenn wir die Vielfalt im Schnoor genießen und uns total wohl fühlen zwischen Gastronomie und kleinen Lädchen mit besonderer Ware, so sind doch Kunstschaffende ein ganz eigenes Völkchen. Und das darf gerne mal ausgelebt werden!


Wir, das sind Ute Bescht – hier links im Bild, und ich. Und so schnell wie wir uns einig waren, so schnell war ein Termin gefunden, ein CI entwickelt, Partner begeistert und Live-Acts arrangiert. Mit echter Frauenpower! Es war mir ein Vergnügen, liebe Ute!
Und ich freue mich auf alles was da noch kommt….. 😉

Hier ein kleiner Einblick in den Abend!

Und hier ein paar Eindrücke aus der Marterburg 7a! Vielen Dank auch an H. Kelpin für die Fotos!

An den beiden Abenden waren unsere Gäste gefordert! Sie mussten alle beiteiligten Häuser aufsuchen und ein Buchstaben-Rätsel lösen. Zur Belohnung hat jede Galerie ein Unikat zur Verfügung gestellt, sodaß wir mit Präsenten locken konnten. Hier in unserem Film, kann man die Ziehung sehen:

Die beteiligenten Galerien, Künstlerhäuser, Ateliers der Schnoor-Nacht der schönen Künste 2018: Künstlerhaus Ausspann, Galerie ART15, Galerie37, Studio RuthEECordes

Alle weiteren Aktionen und Anekdötchen aus dem Schnoor ab sofort hier, auf unserer Homepage!