Malerei und Druckgrafik – zu Gast im Schnoor: Gerd Kadzik

Aus Anlass des zweiten Jahrestages öffnet das Studio RuthEECordes in der Marterburg am Wochenende 14.12. (14 – 20 Uhr) und 15.12. (14 – 18 Uhr) seine Türen. Im vorderen Ausstellungsraum kann man aktuelle Arbeiten von RuthEECordes und ihrem Gastkünstler Gerd Kadzik sehen und im angeschlossenen kleinen Atelier der Malerin beim Arbeiten zusehen.
„Bis Ende Januar werde ich einen Gastkünstler im Schnoor haben. Gerd Kadzik zeigt 16 Druckgrafiken aus der Handpresse. Sie gehören zu seinem mehr als 40 Arbeiten umfassenden Arbeitszyklus „Sagen was ist – Zeitkritik und Satire“. Allesamt entstanden innerhalb eines Jahres, bis September 2019. Eine aktueller Aufruf à la Kant: „Habe den Mut – dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!““
Gerd Kadzik (Jahrgang 1929) ist Grafiker, Maler und Zeichner. Er lebt seit 1970 in einer Kate in Affinghausen bei Sulingen. 2009 erhielt er den Kunstpreis des Landkreises Diepholz. Seine Druckgrafiken sind thematisch vielfältig. So legt er mit sparsamer Motivwahl gezielt und sicher den Finger in viele Wunden. Grafisch aufbereitet, mal monochrom, mal mehrfarbig, lässt das einzelne Werk keine Mehrdeutigkeit zu. Was die Aussagekraft sehr stark erscheinen lässt. Gerd Kadzig hat sich in den rund 40 entstandenen Arbeiten thematisch kaum wiederholt. Und so betitelt er mit „Das goldene Kalb“, oder „Venedig“ „Vermüllung der Meere“, „Geister, die ich rief“ politische und gesellschaftliche Themen, die nachdenklich machen, gerade weil sie jedes für sich gravierend sind.
RuthEECordes ist seit Dezember 2017 in der Marterburg. Nach einer Ausbildung in der Drucktechnik und Weiterbildung in Grafik und Multimedia ist sie seit 2006 freie Künstlerin in Syke und nun auch in Bremen. Eigentlich im Figurativen zuhause hat sie sich seit 4 Jahren auf Landschaftsmalerei konzentriert und kürzlich ihr 200.stes „Landschaftsmantra“ gemalt – ein Aquarell. Die kleinen 15 x 15 cm – Quadrate dienen oftmals zur Findung eines Ausdrucks oder einer Komposition. Es sind kleine Ölgemälde entstanden, Fotografiken und Aquarelle. Alle haben die Natur als gemeinsames Thema. „Die Natur gibt uns alles was wir brauchen: Diversität, Licht und Schatten, Vorbilder, …
Aber sie arbeitet auch großformatig in Öl. Ihre Gemälde sind realistisch impressiv und zeigen wie sie sieht.
ACHTUNG: THEMENABEND 
Im Rahmen dieser Gemeinschaftsausstellung wird es am 9.1.2020 ab 19 Uhr einen Themenabend geben:
KUNST UND KLIMA
Wie kann sich Kunst sinnvoll einmischen?
https://www.dw.com/de/prima-klima-was-die-kunst-zum-klimawandel-zu-sagen-hat/a-48376643
 Künstler machen für Problemsituationen sensibel und sind doch auch Teil des Problems.
(In Anlehnung an den „monopol-podcast „Wie geht Kunst fürs Klima?“ und das kreative Potenzial des Verzichts.)
Anmeldung erbeten unter post@ruthcordes.de Eingeladen sind Künstler und alle Interessierten.

Geschützt:

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Malerei im Schnoor

https://youtu.be/pBASN2XbxxY

Das kleine Studio im Schnoor in der Marterburg 7A feiert nun bald seinen 2. Geburtstag. Im Atelier werden Ideen umgesetzt, Gespräche geführt und auch einfach nur auf die Leinwand geschaut. Hier entsteht Malerei in Öl und Aquarell, Fotografie und Grafik.

„Seit 2006 bin ich freie Künstlerin und arbeite ausschließlich im Bereich Malerei und Grafik. Seit einigen Jahren nutze ich das Thema Landschaft und Natur zur Interpretation meiner Sicht auf die Dinge oder Anliegen.
Entstanden sind eine Reihe von ganz unterschiedlichen Werken. Mit meinen kleinen Landschaftsmantras habe ich kürzlich das 200. Quadrat aquarelliert. Es gibt allerdings auch Quadrate in Öl oder als Fotografik. Oftmals nutze ich dieses Format – 15 x 15 cm – um eine Vision einer Landschaftschoreographie auf Papier zu bringen und zu schauen, ob das Gemalte die gewünschte Spannung erzeugt. Wenn ja, kann es sein, dass die Komposition später zu einem ausgearbeiteten Ölbild wird. Es kommt aber auch vor, dass ich mit dieser schnellen und kleinformatigen Arbeit den Datenstau im Kopf abarbeite. Und das ist nicht selten!“

 

Mit Landschaft zu Emotionen…

Im Rahmen des 100. Geburtstages der Uni Hamburg hat das Hamburger Abendblatt den Gelehrten der Fakultät „100 grosse Fragen des Lebens“ gestellt. Unter anderem wurde der Evolutionsbiologe Prof. Dr. Glaubrecht zu der Frage „Wohin steuert die Evolution?“ (https://www.jubilaeum.uni-hamburg.de/programm/100fragen/2019-01-21-frage-48-evolution.html) interviewt.

Glaubrecht verweist in dem 60minütigen Gespräch auf die Ursprünge der Menschheit. Und spannt den Bogen zur Neuzeit und unseren Aufgaben und Herausfordungen heute. Glaubrecht macht aufmerksam darauf, dass der Homosapiens ein Teil der Natur war! Er führt uns vor Augen, warum der Mensch heute bestimmte Landschaftsszenen als wohltuend und schön bezeichnet. Wie z.B. einen Flußlauf mit seichter Biegung! Diese Frage könnte auch von Archäologen beantwortet werden, die gezielt an diesen Naturplätzen Grabungen vornehmen, weil sie wissen, dass der Mensch hier bevorzugt siedelte. Der fruchtbare Boden und die Nähe zum Wasser erfüllte überlebenswichtige Kriterien. Wir haben unsere existentiellen Vorlieben mit durch unsere Evolution gerettet. Ebenso verhält es sich mit Waldrändern. Hier fand der Mensch seine Nahrung: Beeren, Wurzeln und Kräuter. Glaubrecht führt an, dass wir es uns heute bewußter machen müssen, dass der Mensch „ein Produkt der Natur und somit abhängig von der Umwelt und der Natur ist.“
„Die Annahme, wir wären nicht mehr auf der darwinschen Bühne der Evolution unterwegs, müssen wir in unseren Köpfen ändern.“ „Wir denken nach wie vor, wir wären die Krone der Schöpfung. Wir hätten uns von der Umwelt ausgeklammert, durch Computer und Kleidung autark gemacht. Als stünden wir außerhalb der Natur und von der Umwelt nicht mehr abhängig. Diese irrigen Grundannahmen müssen wir korrigieren. Wenn wir das verstanden haben, werden wir unsere Verhaltensweisen anpassen müssen. Digitalisierung und viele andere moderne Innovationen sind hilfreich, aber sie sind nicht die Lösung an sich. Wir müssen umdenken und unsere Verhaltensweisen ändern!“

„Ein Gefühl ist ein Engagement, das den Augenblick überschreitet.‘‘
(Simone de Beauvoir)

Landschaft eignet sich hervorragend als Medium zur Darstellung von Empfindungen. Oder natürlich auch andersrum: Empfindungen lassen sich in eine Landschaft einbinden. Urbanisierung hat uns offenbar viel von unserem Umweltbewußtsein genommen und uns vergessen lassen, wie abhängig wir von unserer Umgebung – der Natur – sind. Meine Intention ist es, den Betrachter an seine eigenen Emotionen zu erinnern. Weil wir ein Teil vom Ganzen sind.

Die Natur kann ohne uns – wir können nicht ohne Natur.

Mit der Ausstellung
INNERE HEIMATMalerei
bin ich zu Gast beim Kunstverein ART-Projekt
Vernissage am 3.11.2019 | 14:30 Uhr | Klosterschenke in der Klostermühle Heiligenberg | Heiligenberg 2 | 27305 Bruchhausen-Vilsen
Klosterschenke Startseite

 

 

AUSSTELLUNG GEHT IN DIE VERLÄNGERUNG…..

„Etwas Besseres als den Tod findest Du überall…“ – Studio RuthEECordes
Täglich geöffnet : Montag den 2.9. – Donnerstag den 5.9. | 15 – 19 Uhr

Gemeinschaftsausstellungen sind immer besonders reizvoll, weil sie durch ihre Vielfalt das Thema verstärken. Sie beleuchten eine Frage von unterschiedlichen Positionen, bringen verschiedene Aspekte ein. Die Künstler wollen den Betrachter erreichen. Und mit ihrer oft mühevollen Arbeit nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich berühren. Wir haben uns gefreut, dass sich die Besucher der „Nacht der schönen Künste im Bremer Schnoor“ Fragen gestellt haben, sich ausgiebig mit Zeit und Interesse durch die Ausstellung haben „führen“ lassen. Das ist nicht nur eine Form der Wertschätzung. Sie werden so Teil unseres Wirkens. Kunst ist nichts ohne Betrachter.

„Etwas Besseres als den Tod findest Du überall….“ ist ein Zitat aus dem Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“ Das Märchen feiert dieses Jahr 200.ten Geburtstag. Dem zu Ehren zeigte die Kunsthalle Bremen die Ausstellung „Tierischer Aufstand“. Mut und Solidarität sind die Kernbegriffe der Geschichte. Hier wurde aufgezeigt wie vielfältig das Märchen interpretiert und auch kommerzialisiert wurde und wird. Die Gebrüder Grimm zeichneten in ihrem Märchen das Bild einer Revolution, einer Sozialutopie. Die damalige Botschaft ist durchaus optimistisch. Die Stadtmusikanten sorgen erfolgreich für ihre Gemeinschaft.
Heute müssen wir uns wieder oder immer noch fragen: Darf das? Darf Diversität, Integration, Gleichberechtigung, Respekt für die Alten in unserer Gesellschaft, Respekt für Gehandicapte und weiterführend Respekt für Gesellschaft und Umwelt und die Lösung der Folgen von Urbanisierung, darf das utopisch bleiben? Besonders im Hinblick auf die Entwicklungen der letzten 40 Jahre bedarf es offensichtlich Mut und Solidarität um Schritte gehen zu können, damit ein tatsächlich sozial verträgliches Leben kein Märchen bleibt.

Folgende Künstler haben sich auf den Weg gemacht, um das Märchen der Stadtmusikanten aus heutiger Sicht „neu zu erzählen“.

Dietmar Brandstätter – zeigt auf, das FLUCHT, OBDACH und Obdachlosigkeit ein immerwährend aktuelles Thema war und ist.

Peter C. Creuzburg
„Die Fluchtbewegung geht auf Angst und Verzweiflung zurück unter Aufgabe der Heimat und allen Besitzes. In der Hoffnung auf eine Zukunft in Frieden.“

Scarlett Fink
Porträts sind bei ihr mehr als nur die Dokumentation von Proportionen, sie erzählen Geschichten.

Elisabeth Fitting
Ihre gezeigten Arbeiten zu den Themen Altersarmut und Konsumverhalten sind beides keine aktuellen Arbeiten. Aber leider beides anhaltend aktuelle Themen.

Karin Friedrichs
Mut – so sagt sie – ist etwas, was man bei Tanz, bei Musik und in der Kunst auf authentischte Art und Weise erlernt und zum Ausdruck bringt.

Anja Stahmann
Die studierte Soziologin und heutige Sozialsenatorin Bremens schickt zeichnerisch Hühner aus Legebatterien zu Ritter Roland um ihr Leben zu retten. „La Strada della musica. Viva Bremen!“

Ilona Tessmer
Es geht ihr um Themen wie Werden und Vergehen, Lebensabschnitte und Lebensverläufe, Verwurzelung, Entwurzelung, Erinnerung und Suche nach Heimat treiben sie um.

RuthEECordes
Landschaftsbilder zeigen ein Empfinden, erzählen von innerer Heimat und dem Respekt vor der Natur. Das Gefühl dafür ist uns durch Urbanisierung verloren gegangen.

Die Bildhauerin Elisabeth Schuller-Köster kann leider an der Verlängerung nicht teilnehmen, da ihre Skulpturen anderweitig verplant sind.

Bella Italia. Goditi la natura e visita la cultura.

Niemanden wird es überraschen, wenn ich jetzt behaupte: Die Toskana ist wunderschön! Und doch muss ich gestehen, dass ich es war, die überrascht war. Denn ich hatte nicht mit DIESER Schönheit gerechnet. Es gab etliche Situationen, in denen ich es beinahe unheimlich fand. So atemberaubend war der Blick über die Ebene, oder das Farbenspiel am Himmel. Wir haben uns dieses Jahr eine Unterkunft gesucht, die folgende Kriterien erfüllen sollte: eine italienische Großstadt in der Nähe und ein Pool vor Ort für unsere Jüngste. Darüber hinaus Möglichkeiten für anspruchsvolle Lauf-, Rad- und Wanderstrecken für meinen Mann. Kunst für mich und Kultur für alle! Ein Ort zum Erholen. Es hätten etliche Gegenden werden können. Und doch blieb ich an einem Angebot hängen, welches mir nicht aus dem Kopf ging. Eine kleine Ferienwohnungsanlage auf einem Hügel zwischen Pisa und Lucca. Florenz, Carrara, Cinque Terre, Siena in guter Erreichbarkeit. 370m über Null mit Blick aufs Mittelmeer erhofften wir uns ein bißchen mehr Brise und erträglichere Temperaturen. Wenn man dann so losfährt und 1400 km vor sich hat, schleicht sich doch zwischen die Vorfreude auch immer mal so ein Gedanke „Hoffentlich klappt das alles! Und hoffentlich ist es dort schön!“
Es war nicht schön, es war himmlisch!

www.holidaypratoverde.com

Von Prato Verde aus – einem Familienbetrieb, mit Olivenölproduktion, Weinanbau und Restaurantbetrieb, der sehr liebevoll geführt wird – kann man innerhalb kürzester Zeit Lucca erreichen, Florenz, Pisa, Vinci. Natürlich kann man auch noch viel weiter fahren, oder die Ferienwohnungen einfach als Zwischenstopp nutzen. Wir haben es allerdings nicht bereut, einfach dort geblieben zu sein. Tagsüber schwimmen und entspannen, oder malen auf der Terrasse, aufgrund der Hitze nur kleine Wanderungen und hin und wieder eine Stadtbesichtigung. Oder eine Oper! Denn wie wir vor Ort feststellen durften, waren wir zur rechten Zeit angereist, um an den Puccini-Festspielen teilzunehmen.

Lucca
In nur 15 km Entfernung liegt Lucca. Eine besonders reizvolle alte Stadt mit gut erhaltener Stadtmauer, die die Bewohner nutzen um abends zu joggen, spazieren zu gehen oder mit der Familie zu picknicken. Lucca ist eine Stadt, deren Reichtum auf Textelindustrie zurückzuführen ist. Lucca’s Altstadt ist besonders charmant. Der Geburtsort Puccini’s zieht auch heute noch junge Musiktalente an und sie studieren nicht nur in Lucca, sondern musizieren auch in den Straßen. Bevorzugt am Wochenende! Oder in den geöffneten Kirchen. Oder sie treffen sich auf ein Getränk kurz vor Sonnenuntergang auf einen der vielen Piazzas.

Florenz
Natürlich waren wir in Florenz. Natürlich!
Wir waren sogar 3x dort! Und es hat noch nicht gereicht.
Florenz ist keine günstige Stadt. Und mit jeder einzelnen Sehenswürdigkeit wird Geld gemacht. Allerdings gibt es immer auch die Möglichkeit, einfach nur durch die Straßen zu schlendern und die Atmosphäre aufzunehmen. Kaum eine andere Stadt hat so viel kulturelle Bedeutung wie diese und das kann man an jeder Ecke der Altstadt sehen. Die Medici haben Künstler und Gelehrte in die Stadt geholt und sie die Stadt gestalten lassen. Einen Tag sind wir 10 km gelaufen, haben uns zwischendurch mit italienischen Köstlichkeiten in der Markthalle versorgt und sie in irgendeiner Parkanlage verspeist. Wir haben den Arno auf der Ponte Vecchio überquert und Florenz vom Piazzale Michelangelo aus betrachtet. Eine Woche später waren wir ganz früh in der Stadt und haben es gewagt, uns in die Schlange „for free“ zur Santa Maria del Fiore zu stellen. Die Uffizien waren ein Muß! 90 Räume angefüllt mit Kunst. Alleine für „Die Geburt der Venus“ und „Der Frühling“ von Botticelli und „Judith und Holofernes“ von Artemesia Gentileschi hat sich der Besuch für mich schon gelohnt. Aber auch Leonardo da Vinci und Caravaggio, oder Cranach.

Vinci
Ein kleiner Ort südwestlich von Florenz, der garnicht so überlaufen ist, es aber eigentlich sein sollte, ist Vinci. Die Geburtstätte von Leonardo da Vinci. Wir wären aufgrund der anhaltenden Hitze garnicht hingefahren, wenn nicht ein lieber Freund uns den Besuch empfohlen hätte. Vinci liegt mitten in den typischen Toskana Hügeln, umringt von Olivenhainen. Natürlich schlägt der Ort Profit aus dem berühmten Namen. Aber alles auf eine sehr herzliche Art und nicht überkommerzialisiert. Nach der touristisch überlaufenden Stadt Florenz ist die Ruhe und Bodenständigkeit von Vinci ein Genuß. Und ganz im Gegensatz zum Louvre in Paris vor der Mona Lisa, hat man hier das berühmteste Bild von Leonardo da Vinci ganz für sich. Ok, die Kopie! Aber egal.

In nur 40 min waren wir am Mittelmeer. Allerdings mit keinem guten Gewissen und nur für 3 Stunden. Völlig überlaufen, mit überteuerten Strandgebühren und nur wenigen öffentlichen Strandabschnitten in Viareggio. Ein Strandabschnitt fand zumindest meine ästhetische Zustimmung. Besonders wegen der schönen Motive auf der Fahrt zum Zielort.

 

Leider ist auch dieser Urlaub irgendwann zuende gegangen. Auf der Rückfahrt haben wir am Gardasee halt machen können. Oben auf dem Berg von Tremosine sul Garda bezogen wir ein Appartement mit einem atemberaubenden Blick auf den See.

…und auch wenn es uns schwer fiel uns von diesem Blick zu trennen, haben wir einen Tag in Limone verbracht. Gott sei Dank!

 

 

3. Nacht der schönen Künste im Schnoor – Studio RuthEECordes

30.8. und 31.8. – ab 17 Uhr; Sonntag geöffnet

DIE BREMER STADTMUSIKANTEN FEIERN IHREN 200sten GEBURTSTAG!

„Etwas Besseres als den Tod findest Du überall“ – Ein Zitat aus dem Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“ von den Gebrüder Grimm.
Die Bremer Symbol-Figuren bekommen dieses Jahr besonders viel Aufmerksamkeit. Und wir würden gerne auch andere Überlegungen mit diesem Zitat verknüpfen. Überlegungen, die einem 200.ten Geburtstag gerecht werden, aber auch aktuelle Themen einbeziehen.
In Anlehnung an dieses Zitat sind vielerlei Bezüge denkbar: Altersarmut, Klimawandel, Flüchtlingskrise, aber auch Aspekte wie Ethik und Religiosität. Grenzen gibt es keine!
Wir Künstler zeigen eine Bandbreite an Gedanken zu diesem Zitat. Die Geschichte wird neu geschrieben! „Etwas Besseres als den Tod findest Du überall….“ aus heutiger Sicht.

Ich freue mich über die Teilnahme folgender Gastkünstler in meinem Studio:

Dietmar Brandstädter
…studierte freie Grafik an der Folkwangschule für Gestaltung in Essen und Architektur an der Werkkunstschule in Wuppertal. Lange Jahre arbeitete er von Berlin aus. Er ist in Bremen und umzu kein Unbekannter. Sein Bezug zur Marterburg ist auch tatsächlich erheblich, denn er hat hier mal gewohnt, bevor es ihn 1979 mit Frau und Kinder auf einen Brinksitz nach Martfeld bei Bruchhausen-Vilsen zog. Für den Künstler ist seine Arbeit immer auch Einstieg in einen Dialog.
Ich freue mich, dass er bei unserer 3. Nacht der schönen Künste dabei ist.
http://www.dietmarbrandstaedter.de/

Peter C. Creuzburg
…hat sich technisch in der künstlerischen Darstellung vielseitig ausprobiert. Von ihm weiterentwickelt wurde die Technik der Lumographie. Lange Zeit widmete er sich ausschließlich der Technik des Radierens. Peter C. Creuzburg ist nicht nur ein Entwickler und Konstrukteur von Beruf, sondern ein besonderer Netzwerker. So nutzt er auch die neuen Medien, um sein regionales Netzwerk permanent zu erweitern und zu pflegen.
„Seine Motive sind zumeist politisch motiviert.“ Creuzburg selbst ordnet seinen Stil dem Expressionismus zu und setzt sich in seinen Arbeiten mit Themen wie dem Klimawandel, feindlichen Firmenübernahmen und Weltkonflikten auseinander.“ (Kreiszeitung; 13.06.2015)
„Etwas Besseres als den Tod finden wir überall “ lässt sich anwenden auf die weltweite Fluchtbewegung. Hier speziell auf den Syrienkrieg 2011 bis 2019. Die Fluchtbewegung geht auf Angst und Verzweiflung zurück unter Aufgabe der Heimat und allen Besitzes. In der Hoffnung auf eine Zukunft in Frieden.“ (Zitat Peter C. Creuzburg)

http://www.creuzburg-grafik.de/

Scarlett Fink
…lebt und arbeitet in Ochtmannien bei Bruchhausen-Vilsen. Ihre besonderen Stärken liegen in der Trompe-L’oeil-Malerei, der Illusionsmalerei. Realistisch, impressionistisch, surreal kommen für sie „leicht daher“. Und das muss Malerei für sie auch sein: Leichtigkeit! Nicht vom Thema, aber vom Duktus, denn Kunst entsteht aus Leichtigkeit.
Scarlett Fink verbrachte einen Teil ihrer Kindheit in Kolumbien, als ihr Vater dort als Professor für Geologie ernannt wurde. Zurück in Deutschland wurde sie Marketingfachfrau und Grafikerin und arbeitete in der Werbeindustrie. Nach der Geburt ihrer Kinder, eröffnete sie eine Malschule in der sie selbst als Dozentin in Bad Soden Salmünster arbeitete. In dieser Zeit studierte sie nebenberuflich Expressiv Arts Therapy und seit Kurzem ist sie tätig als Heilpraktikerin für Psychotherapie und Coach in Bremen. Sie besitzt einen Masterabschluss in NLP, sowie eine Ausbildung in EMDR für Therapie und Coaching.
Porträts sind bei ihr mehr als nur die Dokumentation von Proportionen, sie erzählen Geschichten.

Karin Friedrichs
…führt ein bewegtes Leben mit Studium als Dolmetscherin, Leben in Westafrika, langen Reisen In Ländern Afrikas und Asiens, danach gleichzeitig Gesangs-und Kunststudium. Konzerte folgten sowie internationale Ausstellungen ausgehend von London, u.a. über Mailand, Venedig, Paris, New York bis Moskau und Bukarest.
Die Zusammenarbeit mit den Bremer Tanztheatern Reinhild Hoffmann und Johann Kressnik hatten einen großen Einfluss auf ihre Arbeit, ebenso wie die ostasiatische Kunst. Menschen spielen eine wichtige Rolle in verschiedensten Techniken und oft großen Formaten, mit bewegtem Duktus, ein Seiltanz zwischen Abstraktion und Figürlichkeit.
Thematik: u.a. Musik, Tanz, zwischenmenschliche Beziehungen Techniken: Malerei, Skulptur, Installation, Objekt.

www.karinfriedrichs.de

Anja Stahmann
…wurde am 30.06.1967 in Bremerhaven geboren. Sie machte Abitur an der Oberstufe des Schulzentrum-Bürgermeister-Smidt in Bremerhaven, studierte Sozialwissenschaften in Göttingen und machte 1992 ihren Abschluss als Diplom-Sozialwirtin. Die heutige Sozialsenatorin ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Bremen-Walle.
Als Ausgleich oder auch Ventil wurde Anja Stahmann in den Jahren zur Buntstiftartistin, wie sie sich selber bezeichnet. So kommentiert sie in ihren kontinuierlich auf Facebook veröffentlichten comicartigen Bildern ihre tägliche Arbeit, ihren Blick auf Erlebtes und auf die Welt.
„Heute wissen alle, dass in Bremen Stadtmusikant mindestens seit den Gebrüdern Grimm ein anerkannter Beruf ist. Männliche Küken entgehen auch heute der Schredderei nur durch Flucht. Die ginge auch heute nach Bremen. „Etwas Besseres als den Tod finden wir überall“, sagen sich die Hühner beiderlei Geschlechts in den engen und dunklen Legebatterien. Mit Buntstift zeige ich den vierstimmigen Freiheits-Vogelsang unter den Augen des Ritter Rolands vorm Bremer Rathaus. La Strada della musica. Viva Bremen!“

anja.stahmann.de/

Elisabeth Fitting
war mit der Kamera in Europa und Amerika unterwegs. Begegnungen und Eindrücke der verschiedenen Menschen und Kulturen gilt ihre Begeisterung. Es entstehen Fotos von ganz individueller Sprache, die am Computer eine neue bildhafte Aussage finden. Im Vordergrund ihrer Arbeit steht die Frau in unserer Gesellschaft, sowie andere soziale Aspekte, eben die Vielfalt des realen Lebens. Plastiken aus Ton ergänzen ihre Arbeit. Auch im Wort fühlt sie sich zuhause. Sie schreibt überwiegend Lyrik. Als Mitglied der Weyher TintenTanten pflegt sie einen regen literarischen Austausch.

Elisabeth Schuller-Köster
Mein Ausgangsmaterial für meine künstlerische Arbeit ist zum größten Teil rostiges, verwittertes Altmetall, oft nur als Bruchteil vorhanden oder gewaltsam verformt. Mit Winkelschleifer, Hammer und Schweißgerät beginne ich Ideen zu formen, zu biegen und zu zerlegen, Gefundenes in einen neuen Kontext zu stellen und Altem und Neuem eine Geschichte zu geben. Das Ergebnis kann dabei figürlich oder abstrakt ausfallen. Meine Kunst ist dabei immer ein Spiegel meiner Seele.

Ilona Tessmer
lebt und arbeitet als freischaffende Grafikerin und Künstlerin in Bremen. Der Mensch in seiner Existenz steht im Vordergrund ihrer künstlerischen Auseinandersetzung. Themen wie Werden und Vergehen, Lebensabschnitte und Lebensverläufe, Verwurzelung, Entwurzelung, Erinnerung und Suche nach Heimat treiben sie um. Technisch arbeitet sie vorwiegend im Tiefdruck.
In den ausgestellten Arbeiten geht es um menschliche Krisen, die Abbrüche im Leben, und den Versuch wieder ins Licht zu kommen.

RuthEECordes
Ich bin über die Grafik zur Malerei gekommen. Fasziniert von der Wirkung und auch von dem Sog künstlerischer Ausdrucksmöglichkeiten sind mir besonders Gemeinschaftsprojekte ein Anliegen. Mit Vielfalt lässt sich ein Thema verstärken. Und das ist nirgends wichtiger, als bei dem Thema Umwelt. Sei es nun aus sozialökologischer, oder naturphilosophischer, aus ethnologischer oder anthropologischer Sicht. Alles hängt letztlich auch zusammen.
Ich freue mich, Mitveranstalterin dieser „Nacht der schönen Künste im Bremer Schnoor“ zu sein und bin gespannt auf unsere gemeinsame Zeit in der kleinen Marterburg 7a.
Landschaftsmalerei ist für mich keine Dokumentation einer geographischen Situation oder Beschaffenheit. Vielmehr ist es ein Empfinden! Landschaftsbilder zeigen eine innere Heimat, Erdverbundenheit und den Respekt vor der Natur. Das Gefühl dafür ist uns durch Urbanisierung verloren gegangen.

 

 

Wald-Raum

Die Faszination Wald hat viele Facetten. Für einige ist er Lebensquelle, für andere Sport- und Freitzeitstätte, und die Realisten unter uns sehen den Rohstoff. Einigen ist er ein Ort der Entspannung und Erholung. Wohl dem, der in der Lage ist, sich seine „Auszeit“ vom Alltag im nahen Wald zu nehmen. Er ist befreit von Anreise- und Planungsstress und leistet einen Beitrag zum Umweltschutz. Ein eindeutiger Gewinn für das Lebensgefühl!

Und wieso halten wir uns so gerne auf im Wald? Womit steigert er unsere Lebensqualität?

Mal abgesehen davon, dass er Sauerstoffproduzent ist und erheblich CO2 kompensiert, Staub filtert, die Luft spürbar klarer macht. Eine ausgewachsene Buche bindet ca. 12 kg CO2 im Jahr, je nach Alter und Größe. Nadelbäume sind da sogar noch effektiver. Dem gegenüber steht der steigende Verbrauch des Menschen, der global stark variiert. (Zum Vergleich: Ein Bürger von Katar verursacht einen Verbrauch von über 30 t CO2 im Jahr. In Deutschland liegt der Verbrauch bei unter 10t/Kopf pro Jahr. In vielen afrikanischen Ländern bei unter 1t/Kopf/Jahr.)

Wälder sind nicht nur die grüne Lunge der Erde sondern Gesundheitszentren für unseren Körper, Geist und Seele!
Bäume setzen Öle frei, deren Duft positiv für den Menschen wirken, schon während eines Spaziergangs. Besonders Fichten- und Zirbelkieferöl sind bekanntlich Heilmittel. Und die Germanen sollen schon Birkenwasser gewonnen haben im Frühjahr, um Lebensgeister zu wecken. Waldkräuter finden Verwendung in Haus und Apotheke, früher wie heute. Eine Liste wäre lang.
Der Wald zieht uns magisch an. Aberglaube und Religiösität ließen Kultstätten in Wald und Feld entstehen. Es geht um Fruchtbarkeit, Wachstum, Kraft, Leben und Tod. Diese Kultstätten werden oftmals flexibel gedeutet, wie z.B. die Externsteine im Teutoburger Wald oder der Wald von Paimont in der Bretagne und leider somit auch instrumentalisiert. Sie verlieren deswegen aber nicht ihre mystische Ausstrahlung. Eine Ahnung bekommt man bei besonderem Lichteinfall zwischen Baumstämmen, auf einer Lichtung oder beim Blick nach oben, wo sich die Baumkronen schützend über uns beugen.
Mit Einrichtung von Trauerwäldern schließt sich für einige von uns auch heute der Kreis des Lebens, wenn ihre Asche am Fuße eines Baumes zur letzten Ruhe gebettet wird.
Der Dichter Hermann Hesse spricht bei Bäumen von „Heiligtümern“. Ebenso inspiriert der Wald Maler und Architekten bei ihren Arbeiten. Im Buchenwald können wir es sofort erkennen: Ihre erhabenen, grauen Stämme erinnern uns an gotische Säulen. Die Assoziation, der Wald ist das natürliche Vorbild des Kirchenraumes, ist hergestellt. Hier findet der Mensch einen Ort der Besinnung und Geborgenheit. Gleichermaßen bedeutend für Atheisten, Agnostiker und Anhänger aller Religionen.

Die Natur ist die Gebende, der Mensch der Nehmende. Das zwingt uns zur Nachhaltigkeit. Besonders deutlich wird uns das dort, wo wir von Natur umgeben sind. Der Wald kann ohne uns, wir können nicht ohne den Wald. Wir können von ihm zehren und lernen, er ist uns Lebensraum und Vorbild. Es ist unsere Lebensaufgabe, der Natur den Respekt zu erweisen, den sie nicht nur verdient, sondern der ihr zusteht.

„Dort in Sonne und Schatten halte ich Äste oder schlanke Stämme liebevoll umfasst, ringe mit ihrer harmlosen Stärke und weiß, dass die Lebenskraft von ihnen auf mich übergeht.“ (Walt Whitman)

Der Mischwald ist übrigens in seiner Vielfalt besonders gesund. Er ist resistenter gegen Schädlinge und bietet durch die unterschiedliche Beschaffenheit des Holzes auch eine geringere Angriffsfläche gegen Wind und Wetter. Philosophisch betrachtet ist das ungemein inspirierend! Aber das wäre ein anderes Thema…

Quellenangaben:
www.wald.de
www.statista.com
www.waldpädagogik.de

 

Girlsday im Atelier

Zukunftstag im Schnoor!

Der Zukunftstag soll Mädchen und Jungs in Berufe schnuppern lassen, in denen sie in der realen Arbeitswelt nicht so stark vertreten sind. So habe ich mein Studio zur Verfügung gestellt für ein 11jähriges Mädchen, leidenschaftlich kreativ, wie so viele Kinder in ihrem Alter. Ausgewogen ist das Verhältnis unter den Geschlechtern eine lange Zeit was kreative Neugier und Kunstaffinität anbelangt. Sogar steigend ist der Anteil an Frauen bei den Kunststudierenden, mit 58 % (2017) (Quelle: ARD „Wie gleichberechtigt ist der Kunstmarkt“) Aber alsbald, nämlich beim Eintritt in das Arbeitsleben als Künstler fällt das Feld eklatant auseinander. Übrig bleiben insgesamt ca. 4 % der Künstler, die von ihrer Arbeit überhaupt leben können. Das ist eine erschreckende Erkenntnis.
Die andere ist: Der Anteil an Frauen daran wiederum beträgt ebenfalls nur 4 %!

Malerei heißt nicht nur Malen musste meine 5. Klässlerin feststellen. Am Ende hatte sie nach 8 Stunden Arbeit allerhöchstens 2 Stunden malen können. Aber mit Akkuschrauber, Kneifzange, und Zollstock hatte sie umgehen gelernt. Und Fingerspitzengefühl und Improvisationsgeist bewiesen. Ein sehr realistischer Tag also….