Mit Landschaft zu Emotionen…

Im Rahmen des 100. Geburtstages der Uni Hamburg hat das Hamburger Abendblatt den Gelehrten der Fakultät „100 grosse Fragen des Lebens“ gestellt. Unter anderem wurde der Evolutionsbiologe Prof. Dr. Glaubrecht zu der Frage „Wohin steuert die Evolution?“ (https://www.jubilaeum.uni-hamburg.de/programm/100fragen/2019-01-21-frage-48-evolution.html) interviewt.

Glaubrecht verweist in dem 60minütigen Gespräch auf die Ursprünge der Menschheit. Und spannt den Bogen zur Neuzeit und unseren Aufgaben und Herausfordungen heute. Glaubrecht macht aufmerksam darauf, dass der Homosapiens ein Teil der Natur war! Er führt uns vor Augen, warum der Mensch heute bestimmte Landschaftsszenen als wohltuend und schön bezeichnet. Wie z.B. einen Flußlauf mit seichter Biegung! Diese Frage könnte auch von Archäologen beantwortet werden, die gezielt an diesen Naturplätzen Grabungen vornehmen, weil sie wissen, dass der Mensch hier bevorzugt siedelte. Der fruchtbare Boden und die Nähe zum Wasser erfüllte überlebenswichtige Kriterien. Wir haben unsere existentiellen Vorlieben mit durch unsere Evolution gerettet. Ebenso verhält es sich mit Waldrändern. Hier fand der Mensch seine Nahrung: Beeren, Wurzeln und Kräuter. Glaubrecht führt an, dass wir es uns heute bewußter machen müssen, dass der Mensch „ein Produkt der Natur und somit abhängig von der Umwelt und der Natur ist.“
„Die Annahme, wir wären nicht mehr auf der darwinschen Bühne der Evolution unterwegs, müssen wir in unseren Köpfen ändern.“ „Wir denken nach wie vor, wir wären die Krone der Schöpfung. Wir hätten uns von der Umwelt ausgeklammert, durch Computer und Kleidung autark gemacht. Als stünden wir außerhalb der Natur und von der Umwelt nicht mehr abhängig. Diese irrigen Grundannahmen müssen wir korrigieren. Wenn wir das verstanden haben, werden wir unsere Verhaltensweisen anpassen müssen. Digitalisierung und viele andere moderne Innovationen sind hilfreich, aber sie sind nicht die Lösung an sich. Wir müssen umdenken und unsere Verhaltensweisen ändern!“

„Ein Gefühl ist ein Engagement, das den Augenblick überschreitet.‘‘
(Simone de Beauvoir)

Landschaft eignet sich hervorragend als Medium zur Darstellung von Empfindungen. Oder natürlich auch andersrum: Empfindungen lassen sich in eine Landschaft einbinden. Urbanisierung hat uns offenbar viel von unserem Umweltbewußtsein genommen und uns vergessen lassen, wie abhängig wir von unserer Umgebung – der Natur – sind. Meine Intention ist es, den Betrachter an seine eigenen Emotionen zu erinnern. Weil wir ein Teil vom Ganzen sind.

Die Natur kann ohne uns – wir können nicht ohne Natur.

Mit der Ausstellung
INNERE HEIMATMalerei
bin ich zu Gast beim Kunstverein ART-Projekt
Vernissage am 3.11.2019 | 14:30 Uhr | Klosterschenke in der Klostermühle Heiligenberg | Heiligenberg 2 | 27305 Bruchhausen-Vilsen
Klosterschenke Startseite