L’art de vivre à la maison d’amis

Drei außergewöhnliche Wochen in der Normandie, im Haus von Steve und Muriel in Trouville-sur-mer, liegen hinter uns und ich möchte ein bißchen dadrüber erzählen, um zum einen die Zeit noch etwas in den Alltag mitzunehmen, aber auch um Euch teilhaben zu lassen und eventuell zu inspirieren, diesen Ort einmal zu besuchen.
Trouville-sur-mer ist besonders, ebenso wie Deauville, Honfleur, Rouen, Giverny, Versailles. Alles Orte, die wir von hier besucht haben und von denen wir uns haben verzaubern lassen.
Drei Wochen Kunst, Kultur, Geschichte, Impressionen. Und eine schöne Zeit in einem Haus mit einer besonderen Atmosphäre, im typischen Baustil dieser Region.

Trouville-sur-mer / Deauville
Das ehemals kleine Fischerdörfchen Trouville-sur-mer, welches von den Impressionisten entdeckt und via Gemälde auf Leinwand nach Paris getragen wurde, ist zu einem Badeort herangewachsen, in dem die Häuser der Investoren direkt an den Strand gebaut wurden.

Als der Platz nicht mehr reichte, entwickelte man südlich der Flußmündung des Touques die Zwillingsstadt Deauville auf dem Reißbrett und ließ dort einen mondänen Badeort entstehen, der die vermeintlich Schönen und Reichen anzog. Bekannt auch durch die Filmfestspiele.

Alle Leinwand-Größen, die Deauville im Laufe der Jahre die Ehre erwiesen haben, wurden am Strand verewigt. The Walk of Fame à Deauville.

Trouville (für mich die eigentliche Perle) hat mit Eugéne Bodin einen Impressionisten der ersten Stunde. Ihm folgten Maler wie Gustave Courbet und Claude Monet.

 

Honfleur
Die kleine Hafenstadt an der Seine platzt beinahe aus allen Nähten wenn die Sonne scheint und die Touristen in Scharen den historischen Stadtkern fluten. Wenn man sich widerwillig in den Strom durch die Gassen begibt, wird jedoch die Abneigung ganz schnell in Begeisterung verwandelt. So viel Charme habe ich selten erlebt. Unzählige Ateliers und Galerien, Schokolade, Schmuck und Tand. Herrlich!
Gesehen haben muss man auch die alte Holzkirche aus dem Jahre 1468 und natürlich das Eugéne-Boudin-Museum. Ebenso die Notre Dame de Grace auf dem Mont Joli, von wo aus man einen herrlichen Blick über das Städtchen bis zur Pont de Normandie haben kann.

Giverny – Le Jardin de Monet
Bereits mein zweiter Besuch und es wird bestimmt auch noch weitere geben. Hier kann man Kunst, Gartenkunst, Geschichte und zur entsprechenden Jahreszeit unglaublich viele Schmetterlinge sehen. Mal ganz was anderes zu unseren zeitgenössischen Designergärten mit Ziersträuchern. Aber hauptsächlich natürlich Monet-Aura schnüffeln. Sich vorstellen, wie er hier mit seiner Frau Alice und den Kindern gelebt hat, befreundete Künstler empfangen hat und sich auf Ausstellungen vorbereitet hat. Der erste Besuch im Jahre 2015 war ein Rausch! Dieses Mal konnte ich mehr in Ruhe genießen und schauen … und mich wieder nicht satt sehen.

Mont-Saint-Michel
Eine Pilgerstätte mit historisch-politischer Vergangenheit und einer unglaublichen Aura. Auch bedingt durch die Naturgewalt in deren Mitte sie sich befindet. Der Gezeitensog ist sicht- und spürbar. Ein echtes Erlebnis.

 

Juno Beach – gegen das Vergessen…
D-Day 6.Juni1944
Kaum vorstellbar wieviele Menschen am Tag der Landung zu Kriegsopfern wurden. Kanonenfutter! Die Alliierten öffneten die Luken ihrer Transportschiffe und die Deutschen schossen hinein. Es gab die ersten Tote, da hatten die durchweg sehr jungen Soldaten aus Kanada, USA und Groß Britannien noch nicht einmal den Strand erreicht. Sie ertranken mit ihrer schweren Ausrüstung im Ärmelkanal.
Am Ende des Tages gab es 15.000 Tote. Der D-Day markiert die Wende im Krieg. Von Erleichterung kann jedoch erstmal nicht gesprochen werden. Bis zur Befreiung von Paris im August 1944 müssen schätzungsweise 350.000 Menschen sterben.
2600 km lang ist der Atlantikwall, der unter Hitler errichtet wurde. Man bekommt eine kleine Vorstellung vor Ort, welches Ausmaß der Apparat gehabt haben muss, der diesen Krieg geführt hat. Selbst dort, wo man nicht mit einer Invasion der Allierten gerrechnet hatte, waren üppig Munition, Stacheldraht, Mienen vorhanden. Und das alles nach bereits 5 Jahren Krieg.
Die Pegasusbrücke von Bénouville überspannt den Caen-Kanal und war ein strategisch wichtiger Punkt um die Ostflanke der Invasion zu sichern und die Versorgung der Deutschen zu unterbrechen. Der Kampf um die Brücke wird in vielen Büchern und Filmen aufgearbeitet, da sie auch bedingt durch das schwierige Umland mit Lastenseglern und Fallschirmen erorbert wurde.
Wir haben außerdem einen deutschen Soldatenfriedhof besucht in Mont-de-Huisnes. Dort liegen über 11.800 Kriegsopfer. Die Anlage war für mich sehr bedrückend. Sie erinnerte mich an die Bunker des Atlantikwalls. ZT hingen frische Blumengrüße vor den Namen der Toten…